AMD Ryzen im Anmarsch

Autor DP-Technikgeiz 15/04/2017 0 Kommentar(e) Testbericht,Tipps zur Produktauswahl,Computer-Schnäppchen,

AMD Ryzen im Anmarsch - was taugt der neue Acht-Kern Hammer von AMD?

 

AMD Ryzen im Anmarsch - was taugt der neue Acht-Kern Hammer von AMD?

 

Endlich kommen die neuen AMD Ryzen Prozessoren für die Desktop-PCs auf den Markt. Sie wurden nicht nur von Spielern, sondern auch von Server-Anbietern und Cloudhostern heiß ersehnt, denn ein Monopol ist nie gut und die letzte Generation der AMD CPUs hat Intel keine Wahl gelassen, als den gesamten Markt für Prozessoren im Desktop-Bereich, im Notebook-bereich, sowie im Server-Bereich zu besetzen. Doch nun ist AMD zurück und die Achtkern-Prozessoren Eyzen 7 1800x, 1700x und 1700 sind bereits erhältlich. Zudem sind die Kritiken der Presse und der Tester durchwegs positiv. Mit diesen bereits erschienenen Prozessoren greift AMD zunächst die etablierten High-End-CPUs von Intel wie den Intel Core i7-6800 und den Intel Core i7-6900, denn bei AMD gibt es ähnlich hohe Performance für viel weniger Geld. Nun hat uns AMD zu viel versprochen oder wie schlagen sich die AMD Ryzen 7 Prozessoren im Echttest? Diese Fragen möchten wir versuchen in diesem Bericht für unsere Schnäppchenjäger zu beantworten.

 


 

Was ist alles neu beim AMD Ryzen?

 

Beim AMD Ryzen ist alles neu – die Chefaufgabe war es eine CPU “new from scratch” zu schaffen. Doch was bedeutet es im Detail? Für AMD Ryzen wurde die komplette Plattform generalüberholt und die alten immer noch gängigen Plattformen wie FM2+ oder AM3+ gehen in der neuen überarbeiteten Plattform AM4 auf. Die Plattform besitzt somit eine sehr hohe Integration für alle AMD CPUs. Zudem ist Ryzen die erste CPU von AMD, welche im 14nm Verfahren, wie etwa Intel Skylake, gefertigt wird. Weiterhin stehen dem Ryzen im Vergleich zu seinem Vorgänger Bulldozer vollwertige und eigenständige CPU-Kerne zur Verfügung. Jedes Kern ist mit 512 KB L2-Cache bestückt und zusätzlich stehen dem Prozessor noch 16 MB L3-Cache zur Verfügung.

 

Die TDW Werte unterscheiden sich je nach Modell – der kleinere Ryzen 7 1700 hat 65W und die großen Ryzen X Modelle haben 95W. Der Takt des AMD Ryzen 7 1800X liegt bei 3,6 Ghz. Wenn ein Turboboost bei 2 Kernen sich einschaltet, können auch 4 Ghz erreicht werden. AMD Prozessoren mit dem X370 oder B350 Chipsatz lassen sich übertakten. Mit A320 Chipsatz ist keine Übertaktung hingegen möglich. Empfohlener Arbeitsspeicher zum Ryzen ist natürlich DDR4, wovon je nach Bestückung unterschiedliche Module geeignet sind. Bei 64 GB Maximalbestückung wird DDR4-1866 empfohlenen, während bei 16 GB Betrieb DDR4-2400 empfohlen wird.

 

Wirklich cool ist die Anzahl der direkt in der CPU verbauten Schnittstellen, wodurch sich Ryzen auch für Mini-PCs eignet. Über 16 PCIe 3.0 Lanes können bei Ryzen Grafikkarten angebunden werden und es bleibt Platz für NVMe-SSDs. m.2-SSSDs im M.2 Format können ebenfalls entweder über PCIe 3.0 über alternativ über einen Sata-Controller angebunden werden.  Was USB Versorgung angeht, glänzt Ryzen ebenfalls. Die Chipsätze wie X370 oder B350 bieten sogar USB 3.1 Controller. Dazu kommen noch weitere 2 USB 3.0 Ports bei dem B350 und A320 Chipsets. Der X370 Chipset liefert gar 6 USB 3.0 Anschlüsse. 

 


 

Jetzt geht es ans Eingemachte – Leistung und Gaming Performance des AMD Ryzen

 

Doch was bietet der AMD Ryzen leistungstechnisch den aktuellen Intel Prozessoren entgegen? Alle beschriebenen Nettigkeiten sind eigentlich inzwischen State-of-the-art, wenn man sich einen neuen PC mitsamt Motherboard und CPU kauft bzw. selbst zusammenbaut. Die Fachpresse schreibt Unterschiedliches. Noch mehr sorgen für Verwirrung die optimalen Einstellungen von AMD und hochoptimierte Codechunks, welche herumgehen. So bringt der laut C´T der aktuelle Ryrezn 7 1800X auf über 163 Punkte im Cinebench Test, allerdings liegt er damit immer noch ca. 15 hinter dem Intel i7-7700K aus der aktuellen Kaby Lake Reihe. Auch im Luxmark taktet der Ryzen rund 33% langsamer als der Intel i7-6900K und das unabhängig von den RAM-Presets.

 

Noch wichtiger für viele umstiegswillige User werden die Gaming Benchmarks sein. Reicht die Leistung des Ryzen um Spiele in VR darzustellen? Dank seinen 16 Threads, die allerdings praktisch nur von Battlefield 1 effizient genutzt werden, liefert der AMD Ryzen 7 1800X zum Beispiel genug Leistung um locker über 60 FPS zu kommen. Aktuell wird der Prozessor z. B. deutlich von den Grafikkarten ausgebremst. C´t hat sogar festgestellt, dass bei niedrigster Grafikauflösung, um die Grafikkarte auszuschließen, der Ryzen bei prozessorhungrigen Sequenzen und Szenen, deutlich hinter Intel i7-6900K oder dem Intel i7-770K zurück und lieferte je nach Spiel weniger FPS. So gab es bei in GTA V rund 20 FPS weniger und bei Tomb Raider oder Dragon Age Inquisition rund 70 FPS weniger. So folgert C´t daraus, dass AMD aktuell mit dem Ryzen noch mit Softwareprobleme zu kämpfen hat, da die Spiele das Potential der CPU noch nicht ausnutzen und zudem mit AMD Grafikkarten auch besser harmoniert.

 

Klar ist, dass AMD Ryzen für die Zukunft genug Leistung liefert und sein Potential noch entfalten wird, wenn vor allem die Spiele von mehr als 4 Kernen profitieren werden. Vor allem wenn die nächste Generation der Konsolen wie die PS 4 Pro und die Xbox One Scorpio richtig im Massenmarkt ankommt, wird es für Spieler mit Ryzen und 8 CPUs deutlich angenehmer werden, da die Anforderungen der Spiele gewiss steigen werden. Aber Ryzen ist schnell genug, um 4K Gamingerlebnis bei vollen 60 FPS darzustellen. Dies können Sie auch den folgenden FPS-Videos entnehmen, die wir für Sie vorbereitet haben.

 

 

Zu welchen sonstigen Testergebnisse kommt die Presse beim AMD Ryzen?

 

Viele andere Presseportale und Webseiten haben ebenfalls die neue Flagship CPU von AMD ausgiebig getestet und kamen zu ähnlichen Ergebnissen. Allerdings haben sich die Testergebnisse und die Performance von AMD Ryzen nach dem Release gegenüber den Vor-Release-Tests verbessert. So lag der schnellste aktuell verfügbare AMD Ryzen 7 1800X im Test bei Gamestar immer noch vor dem i7-6900K oder dem i7-7700K bei Tests in Full-HD Auflösung. Auf der anderen Seite lag der AMD Ryzen mit fast 20 FPS deutlich vor dem i7-2600K und auch leicht vor dem i7-4790K. Gegenüber dem leistungsstärksten Vorgänger-Prozessor, dem AMD FX-8350, ist der Ryzen um etwa 40% schneller. Bei der WQHD Auflösung war Ryzen den aktuellen Intel i7-Flagships ebenbürtig. Die Tests wurden von Gamestar mit Rise of the Tomb Raider und Deux Ex: Mankind Divided durchgeführt.

 

Auch PC Games Hardware nahm den AMD Ryzen genau unter die Lupe und zwar die schwächere 1700er Variante. Die CPU wird bei UHD und QHD Auflösungen von der Grafikkarte, sogar der schnellsten, ausgebremst und schlägt sich ebenbürtig mit dem Intel i7-6900K und dem AMD Ryzen 7 1800X. Bei Full-HD fällt der Prozessor allerdings zurück und liefert genau wie der Ryzen 7 1800c rund 26% weniger FPS als der Intel i7-6900K. Der Test wurde beim Spiel Assasins Creed: Syndicate durchgeführt. Ein weiterer Test mit Crysis 3 lieferte ähnliche Ergebnisse.

 

Auch Chip hat sich an den neuen Herausforderer von AMD gewagt und ebenfalls den kostengünstigsten AMD Ryzen R7 1700 getestet. Bei produktiven Benchmarks wie Rendering, Verschlüsselung oder Umkodierung eignet sich der Achtkerner bestens und gewinnt bei allen Tests, wo Multicorearchitektur gefordert wird und das bei einer geringeren thermalen Verlustleistung von 65W gegenüber den 95W des Intel Core i7-7700K. Bei anderen Benchmarks wie PCMark 8, sowie bei den kreativen Anforderungen wie der Bildbearbeitung, bei der Videobearbeitung und beim Browsing ist die Leistung des AMD Ryzen R7 1700 geringer als die der Intel-Konkurrenz.

 


 

Gaming Benchmarkübersicht zu AMD Ryzen vs Intel i7

 

Benchmark Übersicht AMD Ryzen gegen Intel i7 in aktuellen PC Spielen

 


 

Fazit zum AMD Ryzen – Kaufen oder bei Intel bleiben?

 

Wer sich schon immer einen i7 kaufen wollte, weil er zum Beispiel einen älteren Intel i5 oder eine AMD CPU aktuell besitzt, kann zum AMD Ryzen greifen. Vielleicht lohnt es sich noch etwas abzuwarten, um die ausgiebigen Produktivtests der kleineren Modelle wie dem AMD Ryzen 7 1500 abzuwarten. Aber bei einem Budget von bis zu 350 EUR ist der Prozessor eine sehr gute und vor allem zukunftssicherere Alternative als der Intel i7-7700K. Für 4K und VR bringen die getesteten AMD Ryzen Modelle genug Power. Allerdings können die AMD Prozessoren ihre volle Leistungsfähigkeit noch nicht entfalten. Dass es bald Spiele geben wird die von 8 Kernen profitieren ist sicher. Ob die Performance bei Videorendering oder Fotobearbeitung allerdings mit Patches und neuen Treibern gegenüber den Intel i7-Prozessoren ansteigt ist aktuell noch ungewiss. Eine gute Alternative sind die Prozessoren allerdings schon und können von uns für unsere Schnäppchenjäger für Gaming empfohlen werden. Für Liebhaber von Nvidia Grafikkarten, sichereren Treiber-Support und Produktivanwendungen, die auf eine Single Core Performance erfordern, bleibt Intel weiterhin eine sinnvollere Alternative.

 

Allerdings steht eine Sache fest und das haben alle Testergebnisse bewiesen – AMD ist mit alter Stärke zurück und kann Intel bei hochpreisigen CPUs endlich wieder die Stirn bieten. Ob das auch in der Mittelklasse gelingt, bleibt allerdings noch abzuwarten.

Schreiben Sie ein Kommentar